Deine Erste-Hilfe für den emotionalen Notfall

Für die meisten darf eine Tasche mit wichtigen Medikamenten, Pflastern etc. im Reise-Gepäck nicht fehlen. Auf körperliche Notfälle scheinen wir uns gut vorzubereiten, die emotionalen vernachlässigen wir aber oft. Dabei kann man auch einen Erste-Hilfe-Koffer für düstere Tage packen. Wichtig ist dabei, dass du ihn vorbereitest, wenn es dir gut geht. Denn in einem Tief fehlt meistens der Antrieb und ein Tunnelblick verhindert, dass wir uns auf solch eine Aufgabe konzentrieren können.
Dein Koffer kann vielfältig und sehr individuell sein. Neben ein paar Dingen, die man kaufen kann, beinhaltet er auch Listen und Aufgaben, die du erstellst:

Nimm die eine schöne Kiste, Box oder Tasche und befülle sie mit mit deinen Wohlfühl-Helfern: einer Kerze, einer Badekugel, einem Glücksbringer etc.
Schreibe dir danach einige Ideen und Aufgaben auf, die dir in einer akuten Krise helfen können:

Aufgaben

~ Analysiere dein Gefühl: Wo sitzt es? Was ist es genau? Einsamkeit, Stress, Wut, Trauer? Atme 10 Mal langsam in den Körperteil, in dem das Gefühl sitzt.
~ Mach ein Foto von dir in deiner Power-Pose a la Wonder Woman oder Superman.
~ Schreibe über Dinge, für die du dankbar bist
~ mache einen langen Spaziergang
~ geh in dein Lieblingscafé
~ ergänze um weitere eigene Ideen

Listen

~ Schreibe Situationen und Herausforderungen auf, die du gemeistert hast. Was hast du daraus gelernt?
~ Sammle Ideen von Dingen, die du schon immer mal ausprobieren wolltest. Am besten mit Recherchen, wo man dies auch im Ausland machen kann.

Links

~ Sammle deine liebsten Gute-Laune-Songs und lege dafür eine Playlist an. Diese kannst du in schlechten Momenten hören.


~ Lege außerdem eine Liste mit Videos, Fotos und Witzen an, über die du lachen kannst.
~ Lege eine Notfallnummer oder Mailadresse an: Bei wem kannst du dich auch vor Ort an grauen Tagen melden?

Wenn dein Tief allerdings zu lang und düster ist, suche dir professionelle Hilfe. Der Übergang von einem “normalen” Tief in eine Depression ist fließend und manchmal nicht so einfach zu erkennen.

Viel Spaß beim Koffer packen.

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Dipl.-Psych. Benthe Untiedt